Fragen zur Erbschaftsteuer: Was gilt für die Stiefkinder?

Sigrun MastSteuerrecht Kommentare

Patchworkfamilien sind mittlerweile eher die Regel, nicht die Ausnahme. Daher setzen im Erbfall Stiefmutter und -vater in Testamenten und Erbverträgen auch die Stiefkinder als Erben ein. So ermöglichen die Stiefeltern Stiefkindern das gesetzlich nicht vorgesehene (!) Erbe. Erben nun die Stiefkinder, stellt sich die Frage, welche Steuerklassen und Freibeträge für diese gelten.

Das Steuerrecht stellte die Stiefkinder den Kindern gleich. Als Stiefkinder behandelt die Finanzverwaltung bislang alle Stiefkinder: Darunter fallen solche, die als Kind oder Erwachsene Stiefkind wurden. Des Weiteren sind auch diejenigen einbezogen, die Stiefkind waren. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise die Ehe zwischen dem leiblichen Elternteil und der Stiefmutter oder dem Stiefvater durch Tod erloschen ist.

Nach § 15 Absatz 1 Nr. 2 des Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) gilt für Kinder und Stiefkinder die Steuerklasse I mit den günstigsten Steuersätzen. Zudem sieht § 16 Absatz 1 Nr. 2 ErbStG einen Freibetrag für Kinder und Stiefkinder in Höhe von 400.000 Euro vor.

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